Queer

Queer ist eine selbstgewählte Bezeichnung für Menschen, deren sexuelle Orientierungen und/oder Geschlechtsidentitäten von heteronormativen Vorstellungen abweichen (Homosexuelle, Bisexuelle, Pansexuelle, Asexuelle, Inter– und Trans-Menschen, nichtbinäre Personen und Menschen, die sich keiner der ausschließenden Kategorien wie Frau/Mann, homo-/heterosexuell, trans-/cisgeschlechtlich zuordnen möchten). Betont wird mit queer ebenso die Mehrfachzugehörigkeit. Gleichzeitig beschreibt der Begriff im Diskurs sozialer Bewegungen und der akademischen Queer-Theorie eine Denkrichtung, die Begehren und Geschlecht nicht nur jenseits der binären Zuordnungen weiblich/männlich oder homo-/heterosexuell versteht, sondern eine Politik der Differenz hervorhebt und bestehende Machtverhältnisse in der Gesellschaft wie Heteronormativität und Rassismus infrage stellt.
In seinem ursprünglichen Sinn hat das englische Wort queer eine negative Bedeutung, denn es meint „seltsam“ und wurde entsprechend pejorativ verwendet. Während den emanzipatorischen Bewegungen in den USA der späten 1980er-Jahre machte sich die LGBTIQ*-Community den Begriff zu eigen und wertete ihn ins Positive um (reclaiming). Queer vermittelt somit Stolz, Zusammengehörigkeit und Selbstermächtigung. Im chinesischen Sprachraum entwickelte sich die Selbstbezeichnung tongzhi (同志) aus der chinesischen queeren Bewegung der späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre zu einem vergleichbaren, positiv konnotierten Oberbegriff für queere Menschen.

Für weitere Begriffe im Feld queer siehe auch die Begriffssammlung des Vereins ABqueer e.V.: https://abqueer.de/informieren/begriffe/.

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