Meritokratie

Meritokratie beschreibt ein politisches System oder Herrschaftsform, in dem die politische und administrative Führungselite (Politiker und Beamte) nach individueller Leistung ausgewählt und befördert wird. Der Begriff Meritokratie wurde von Michael Young 1958 geprägt (Young 1958) und zugleich mit den negativen Auswirkungen einer sich selbst reproduzierenden politischen Elite verbunden. Die Idee einer Leistungsgesellschaft und politischer Systeme, die meritokratische Prinzipien folgen ist jedoch sehr viel älter (Gruber 2015, 14–15). Befürworter einer Meritokratie setzen häufig die Objektivität von Auswahl- und Bewertungskriterien und Chancengleichheit voraus. In China wird das Konzept Meritokratie unter dem Begriff „Elitenherrschaft“ (jingying zhengquan 精英政权) eher negativ beleuchtet. Parallel gebräuchlich und eher positiv bewertet ist hingegen das Konzept der „politischen Meritokratie“ (xian neng zhengzhi 贤能政治) bzw. das Prinzip „Auswahl und Einsatz würdiger und fähiger [Personen]“ (xuan xian ren neng 选贤任能).

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